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HEAVY METAL

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FOTOS: JOHAN SELLÉN STYLING: GILL RENLUND TEXT: GILL RENLUND/SONJA LUKENDA

Er ist der Kopf hinter der Marke „Buster + Punch“. Für die große Liebe und seine Kids tauschte Massimo Buster Minale den britischen Großstadttrubel gegen die Idylle eines Stockholmer Vororts. Ein Hausbesuch mit Seeblick.

Die Geschichte begann 2013 in einer Garage im Osten Londons. Mit der Liebe zu Motorrädern, Musik, zum Metall-Handwerk und der Mode. Seinerzeit in einigen der bekanntesten Londoner Architekturbüros tätig, war Massimo Buster Minale zusehends vom Job-Alltag frustriert. Er fing an, sich mehr und mehr der Schrauberei in seiner Garagenwerkstatt und dem Bau einzigartiger Motorräder zu widmen, die schon immer seine große Leidenschaft waren.

Aus einem anfänglichen Hobby wurde schnell seine neue Berufung, und was er konnte, sprach sich in Liebhaber-Kreisen wie ein Lauffeuer herum. Bald schon klopften auch Celebrities bei ihm an und orderten speziell für sie gefertigte Unikate. Man gab sich die Klinke in die Hand! Und als seine Kunden ihn immer wieder auch nach Interior-Produkten fragten, gründete Buster Minale schließlich sein Home Fashion Label: Buster + Punch. Sieben Jahre später ist die Marke in aller Munde und beliebt wie nie zuvor. Die massiven, präzise gearbeiteten und außergewöhnlichen Griffe, Schaltersysteme, Leuchten und Home Accessoires verleihen nicht nur den Häusern zahlreicher bekannter Persönlichkeiten den letzten Schliff, sondern auch seinem eigenen.

Die motorisierten Zweiräder haben dabei bis heute einen enormen Einfluss auf das Design der Marke; ihre Einzelteile liefern oftmals die Inspiration für die Produkte des Unternehmens. Besonders schön zu sehen ist das beim neuesten Wurf: die „Exhaust“-Spotlights erinnern in Form und Beschaffenheit an das Auspuffrohr eines Motorrads. „Ich hatte den Wunsch, gewöhnliche, eher langweilige Produkte des alltäglichen Gebrauchs zu nehmen und sie spannender zu gestalten. Ich war schon immer sehr von der Londoner Mode-, Musik- und Kunstszene geprägt. Bei Buster + Punch fertigen wir alles aus robusten Metallen. Hohe Qualität und ein stilvolles Design haben bei uns oberste Priorität und sind ein wichtiger Punkt, der maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen hat“, so Buster Minale.

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Der Architekt und Industriedesigner kehrte London den Rücken und tauschte das trubelige Großstadtleben gegen die relaxte Beschaulichkeit eines idyllischen Villenvororts südlich der Stockholmer City ein – mit spektakulärer Aussicht auf den Mälaren-See. Dort ist er seit fünf Jahren mit seiner Frau Jessica – sie ist Marketingmanagerin im Unternehmen – und seinen beiden Söhnen Otis und Bruno zu Hause. Ein Stück alte Heimat nahm die junge Familie trotzdem mit, denn ihr Zuhause wirkt eher wie ein cooles Industrie-Loft im hippen East London. Niemand würde auf die Idee kommen, dass es hier einmal ganz anders ausgesehen haben könnte. Von außen wirkt die Villa wie fast jedes andere Haus aus den 40er-Jahren, etwa das ihrer direkten Nachbarn rechter Hand. Im Inneren aber hat sie eine echte Umgestaltung erfahren. Zahlreiche kleine und dunkle Zimmer mit niedriger Deckenhöhe sind großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen gewichen, die auf drei Etagen verteilt sind. Ebenerdig zum Eingang liegt die große Küche, ein Ess- und Wohnbereich mit Spielecke für die Kids, ein Stockwerk höher der Master Bedroom mit begehbarem Kleiderschrank und En-suite-Bad mit traumhaftem Blick auf den See. Die Schlafzimmer der Kids sind gleich nebenan. Im Untergeschoss befinden sich zwei Gästezimmer, ein Home Spa, das man so locker auch in einem hippen Hotel vorfinden könnte, ein Gästebad, ein XS-Gym sowie ein formeller Dining Room für gemeinsame Essen mit Freunden. Eine halbe Etage tiefer gibt es einen weiteren großzügigen Wohnbereich, mit Zugang zur Terrasse und zum Garten.

Jedes noch so kleine Detail in der Villa ist gut durchdacht. Von der massiven Treppe in Schwarzstahl und Mesh-Optik, die aus der Hausmitte zur Seite versetzt wurde, um größere Räume zu ermöglichen, bis zum kleinen Atrium, das viel Tageslicht von oben hereinlässt. Die Umbauarbeiten dauerten ganze zwei Jahre. Auch so manche Außenwand musste im Zuge dessen weichen, zum Beispiel um in der ersten Etage eine maßgefertigte Kücheninsel einbauen zu können. Die einstige Wand wurde durch raumhohe Fenster ersetzt, die den Bereich zum See hin öffnen und freundlicher gestalten. Schwarze Stahlträger sind im ganzen Haus größtenteils offen sichtbar und werden durch Details wie die vielen Stahltrennwände mit Industriefenstern ergänzt, die dem Haus noch mehr Leichtigkeit, Charme und den gewünschten Charakter eines großzügigen Lofts verpassen. Es ist ein Spiegelbild und ausgewogenes Zusammenspiel von Buster Minales durch London inspirierten Stil und dem unverkennbar skandinavischen seiner Frau, der mit Holz- und Farbelementen Ruhe und Harmonie ins Interieur bringt. Designklassiker, Familienerbstücke, eigene Entwürfe des Hausherren, viel Kunst sowie bei Buster + Punch in London nach Maß gefertigte Stücke runden die Einrichtung ab und ergeben einen eklektischen Mix, der wahnsinnig lässig, cool und gemütlich zugleich ist. Es überrascht nicht, dass sämtliche Leuchten, Schalter und im Haus verwendeten Griffe vom eigenen Label stammen. Sie machen das Familienheim auch zu einer Art begehbarem Showroom. Wird einem das nicht irgendwann zu viel? „Sicher, unser Haus mag sich ein bisschen wie ein Ausstellungsraum anfühlen, aber es ist der Stil, den wir mögen“, so die Marketingmanagerin, und Buster Minale ergänzt: „Wir lieben es, unsere eigenen Produkte zu verwenden. Und weil sie ständig in Benutzung sind, kommen wir auch so oft auf neue Ideen und Produkte.“ Die aufregende Zeit, in der der Designer ganze Tage damit verbrachte, an Motorrädern für Stars wie George Clooney und Alexander McQueen zu schrauben, mag vielleicht vorüber sein, aber der Geist der alten Heimatstadt ist geblieben. Auf lässigste Art und Weise.